Meditation

Orientalische Märchen

Märchen gehören zu jeder Kultur und werden gehütet wie ein Schatz. In allen Märchen verbergen sich zeitlose Wahrheiten und Weisheiten, die seit Jahrtausenden weitergegeben werden. Märchen vermitteln uns Geborgenheit und die Sicherheit, dass am Ende alles gut wird. Das kann sehr tröstlich sein, und nicht nur die Kinder brauchen diese Gewissheit.

 

Ich erzähle zeitgenössische orientalische Märchen, fernab jeglicher Religion und politischer Gesinnung. Verbunden mit den dazu passenden Tänzen, Musik und Düften werden es Märchen für die Sinne. Ein Märchen kann sein wie Magie: es kann uns verzaubern und unseren Blick auf etwas bisher Verborgenes lenken. Ein Märchen berührt uns in der Seele. Und wenn Sie sich gern in das Reich der Märchen führen lassen und sich davon berühren lassen wollen, dann können Sie gleich damit beginnen.

 

Es gibt auch Märchen - Aufführungen im Studio Triskelle.

Die nächsten sind am

Sonntag, 12. November, 15,00 Uhr

Sonntag, 10. Dezember, 15.00 Uhr

Eintritt: € 5,-

Ich erzähle das Märchen:

 

Das Sternengelchen

Ein himmlisches Märchen von einem kleinen Engel, der ein Schutzengel werden wollte.

Für irdische Zuschauer ab Kindergartenalter

 

Das Ssternengelchen findet sein Sternchen nicht mehr und muss deshalb hinab zur eErde. "Das weinende Kamel" ist sein erstes Abenteuer auf der Suche nach dem verlorenen Sternchen. 

Außergewöhnlich ist die Verbindung von Erzählung, Spiel und Tanz. Damit werden innere Bilder  für die kleinen und großen Zuschauer gezaubert.

Lasst Euch verzaubern und mitnehmen in die Welt des Tanzes und die wundervolle Ausgetaltung des Märchens.

 

Blütenträume

 

Es fragte eine Schülerin ihre Meisterin: „Was ist eine Lotosblüte, solange sie noch nicht aus dem Wasser herausgewachsen ist?“

Die Meisterin antwortete: „Eine Lotosblüte!“

„Was ist sie dann danach, wenn sie aus dem Wasser heraus ist?“

„Eine Lotosblüte!“

Die Schülerin dachte lange darüber nach. Am nächsten Tag kam sie abermals  mit ihrer Frage zur Meisterin: „Wenn eine Lotosblüte bereits eine Lotosblüte ist, bevor sie aus dem Wasser heraus ist, warum können wir sie  nicht schon unter der Wasseroberfläche in ihrer ganzen Pracht und Schönheit erkennen?“

Die Meisterin sprach zu Ihr: „du willst das Wesen der Lotosblüte erkennen? Dann schau in ihr Inneres, suche ihr Licht, das strahlt, pulsiert und nach außen dringt!“

Abermals dachte die Schülerin über den Sinn der Worte lange nach. Sie ging zum Teich und betrachtete die Lotosblüten darin.

Ein paar waren schon erblüht, ihre weißen Blütenblätter erstrahlten auf der Wasseroberfläche. Aber die meisten waren noch unter Wasser. Man konnte sie nur erahnen.

 Die Schülerin dachte an die Worte der Meisterin und wusste nichts damit anzufangen. Das betrübte sie sehr. Der graue Schleier der Kümmernis legte sich um ihre Seele und verdunkelte ihr Herz.

Sie schaute in das Wasser und suchte die Lotosblüten, wollte sie doch ihre verborgene Schönheit erkennen. „Ach könnte ich doch in das Innere einer Blüte schauen!“ dachte sie. „Könnte ich doch verstehen, was geschehen muss, dass der Blütenkelch eines Tages Blatt um Blatt seine Blütenblätter entfalten kann.“ Sie blieb am Teich und schaute ins Wasser, wieder und wieder. Doch was sie sah, war immer dasselbe:  ihr eigenes Spiegelbild. Und je mehr sie darein schaute, desto tiefer blickte sie. Und als  sie immer tiefer in das Wasser hinein blickte, vergaß sie die Welt um sich herum. Sie vergaß Raum und Zeit, ja, sie vergaß sogar sich selbst. Und während sie die Worte der Meisterin in ihrem Herzen bewegte, spürte sie das Wiegen der Lotosblüten im Wasser und wiegte sich mit ihnen.

So wiegte sie sich in den Schlaf. Es war dunkel geworden, der volle Mond zog hinter den Bäumen auf und wunderte sich doch sehr über den Anblick des schlafenden Mädchens. Musste er sich um sie Sorgen machen? Brauchte sie seinen Schutz? Vorsichtshalber schickte er einen silbernen Strahl zu ihr hinunter. Dann ging er weiter auf seinem Weg.

Das Mädchen aber hatte einen Traum: sie fiel in den Teich, fiel tiefer und tiefer, immer tiefer hinunter bis zum Grunde des Teichs. Um sie herum sah sie grüne Schlangen, die sich wanden und fast im Wasser zu tanzen schienen. Diese Schlangen waren jedoch fest im Boden verankert.  Sie schaute nach oben, erst jetzt erkannte sie die Stängel der Lotosblüten – sie war an ihren Wurzeln angelangt.

Sie ließ sich im Wasser treiben zwischen all diesen tief verwurzelten sich schlängelnden Pflanzen. Bis sie plötzlich eine Kraft spürte, die sie hinauf zog. Unaufhaltsam bewegte sie sich an den Stängeln nach oben, weiter und weiter, bis zur Wasseroberfläche. Da spürte sie eine Wärme in sich, es waren die Sonnenstrahlen, die über dem Wasser tanzten, und ihre Wärme reichte bis zu ihr hinunter. Diese Strahlen schienen geradewegs durch ihren Kopf, durch ihr Herz, durch ihren ganzen Körper bis in ihr Innerstes zu gelangen.

Zu diesen Strahlen fühlte sie sich hingezogen.  Sie spürte einen Drang in sich, nach oben zu streben der Wärme dieser Strahlen entgegen. Sie spürte den Drang sich zu öffnen, zu erblühen wie eben jene Lotosblüten es taten, die sie nun wieder um sich herum wahrnahm.

 Geradezu magisch war der Moment, als sie aus dem Wasser herauskam, so wie man ein Tor durchschreitet in eine andere Dimension. Noch im Schlaf streckte sie sich lächelnd der Sonne entgegen. Das sah auch der Mond. Nun konnte er beruhigt  untergehen.

Die Schülerin erwachte und ging zu ihrer Meisterin. Sie war so erfüllt von dem Erlebten und wollte erzählen. Doch die Meisterin bedeutete ihr zu schweigen und sprach stattdessen zu ihr: „Deine Blüte ist heute Nacht erblüht. Bewahre sie gut,  dass sie dir erstrahlt und immer weiter blüht.“

Die Schülerin bewahrte alles in ihrem Herzen. Als sie sich zurückzog, begann sie zu tanzen. Sie tanzte und tanzte – und hörte nicht mehr auf damit.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Copyright: Triskelle - Studio für Coaching, Tanz und Meditation

Anrufen

E-Mail

Anfahrt